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Feuerwehr Bernhardswald
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16.10.2026 | Einsatzabteilung - Intensiver Übungsnachmittag an der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg

Mitte Oktober hatte die Freiwillige Feuerwehr Bernhardswald die besondere Gelegenheit, im Rahmen eines Übungsnachmittags auf dem Gelände der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg verschiedene Einsatzszenarien unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren.

Mit allen drei Fahrzeugen machten sich rund 22 Kameradinnen und Kameraden am frühen Freitagnachmittag auf den Weg in das rund zehn Kilometer entfernte Lappersdorf. Nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung vor Ort, konnte die erste Einsatzübung mit der Alarmierung zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage beginnen.

Das vorausfahrende Mehrzweckfahrzeug stellte bei der Ankunft eine deutliche Rauchentwicklung aus dem ersten Obergeschoss fest. Passanten vor dem Gebäude berichteten zudem, dass sich möglicherweise noch Personen im Inneren befinden würden. Wie auch bei einem realen Einsatz wurde das Einsatzstichwort daraufhin erhöht und umgehend eine prioritäre Personensuche mit Löschangriff eingeleitet. Weitere Trupps stellten parallel die Anleiter- und Lüfterbereitschaft her und kontrollierten angrenzende Gebäudeteile auf eine mögliche Brandausbreitung sowie weitere gefährdete Personen. Hierbei konnte nach erster Erkundung eine Person aus einem rückwärtigen Zimmer ausfindig gemacht und über das Dach und eine Steckleiter gerettet werden. Im weiteren Verlauf gelang es dem Angriffstrupp in der Brandetage unter Nullsicht eine Personen aufzufinden und zu retten.

Während die eingesetzten Geräte und Armaturen anschließend zurückgebaut wurden, folgte gemeinsam mit den drei Übungsbeobachtern eine kurze Nachbesprechung mit den Fahrzeugführern. Dabei wurden sowohl positive Aspekte als auch mögliche Verbesserungen im taktischen Vorgehen unmittelbar ausgewertet.

Auch das zweite Szenario stellte die Besatzungen des Mehrzweckfahrzeugs sowie der beiden Löschfahrzeuge vor eine anspruchsvolle Lage. Gemeldet war eine Rauchentwicklung im dritten Obergeschoss eines Mehrparteienhauses.
Bei Eintreffen bestätigte sich die Alarmmeldung, gleichzeitig war festzustellen, dass das Treppenhaus verraucht war. Im Zuge der weiteren Erkundung stellte sich schnell heraus, dass die Ursache nicht im dritten Obergeschoss, sondern in einem Brand im Keller des Gebäudes liegen sollte.
Während ein Atemschutztrupp unter Nullsicht zur Brandbekämpfung in den Keller vorging, übernahmen weitere Atemschutztrupps die Menschenrettung aus den oberen Stockwerken. Da der reguläre Fluchtweg über das Treppenhaus durch die fortgeschrittene Rauchausbreitung nicht mehr nutzbar war und eine Drehleiter nicht zeitnah zur Verfügung stand, mussten mehrere Personen gesichert über die Schiebleiter ins Freie gebracht werden.
Parallel dazu fand der Angriffstrupp im Keller eine bewusstlose Person und meldete gleichzeitig einen weiteren möglichen Zugangsweg über die Tiefgarage an die Einheitsführer.

Nach einer kurzen Verschnaufpause folgte bereits die nächste Alarmierung. Gemeldet war lediglich eine eingeklemmte Person, weitere Informationen zur Lage lagen zunächst nicht vor. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Person im Inneren einer Müllpresse schwer eingeklemmt war, jedoch noch bei Bewusstsein war. Während der Angriffstrupp mit einem Entlastungsunterbau begann, wurde parallel die Bereitstellungsplane vorbereitet und Geräte für die schwere Technische Hilfeleistung in Stellung gebracht.Zeitgleich stimmten die Einheitsführer gemeinsam mit dem anwesenden Betriebspersonal das weitere Vorgehen und technische Möglichkeiten zur Befreiung der Person ab. Gerade das Zusammenspiel aus technischer Rettung, Erkundung und Kommunikation mit ortskundigem Personal stand bei diesem Szenario im Mittelpunkt.

Im weiteren Verlauf des Abends folgten noch mehrere zusätzliche Einsatzübungen. Dazu gehörte unter anderem ein Verkehrsunfall mit möglicher Gefahrgutbeteiligung. Hierbei lag der Schwerpunkt insbesondere auf dem strukturierten Vorgehen nach der GAMS-Regel und der frühzeitigen Erkennung möglicher Gefahren.

Den Abschluss der praktischen Übungen bildete ein kritischer Wohnungsbrand im zweiten Obergeschoss mit Menschenrettung. Zusätzlich wurde während des Einsatzverlaufs gezielt ein Atemschutznotfall eingespielt. Dieser stellte die eingesetzten Kräfte vor eine weitere besondere Herausforderung und bildete anschließend einen Schwerpunkt der gemeinsamen Nachbesprechung von Übungsbeobachtern, Einheitsführern und Atemschutzgeräteträgern.
Gerade solche unerwarteten Lageänderungen machten den besonderen Wert des Übungsnachmittags deutlich.

So schnell die Personen in den einzelnen Übungsszenarien gerettet und die Einsatzlagen abgearbeitet waren, so schnell verging letztlich auch der gesamte Übungstag. Bei einer abschließenden gemeinsamen Besprechung konnten alle Beteiligten die verschiedenen Szenarien und gewonnenen Eindrücke noch einmal Revue passieren lassen.

Anschließend ging es zurück zum Gerätehaus nach Bernhardswald, wo der intensive und lehrreiche Nachmittag bei einem gemeinsamen Grillen in gemütlicher Runde ausklang.

Die Freiwillige Feuerwehr Bernhardswald bedankt sich besonders bei allen Beteiligten für die Vorbereitung, Durchführung und Betreuung der verschiedenen Einsatzszenarien.


Veröffentlicht: 26.10.2026, 12.18 Uhr
Autor: LH